Der Kaufpreisfaktor ist die meistgenannte und am häufigsten missverstandene Kennzahl am Immobilienmarkt. Was wirklich dahintersteckt.
„Das Objekt geht zum 22-Fachen" — kaum eine Angabe fällt bei Kapitalanlagen so oft wie der Faktor. Doch die Zahl allein sagt wenig, solange man nicht weiß, worauf sie sich bezieht und welche Annahmen ihr zugrunde liegen.
Faktor ist nicht gleich Rendite
Der Kaufpreisfaktor beschreibt das Verhältnis von Kaufpreis zur Jahresnettomiete. Die Bruttorendite ist sein Kehrwert. Entscheidend für die tatsächliche Verzinsung ist jedoch die Nettorendite — nach Bewirtschaftungskosten, Instandhaltung und Mietausfallrisiko.
Worauf es wirklich ankommt
Lage, Mietermix, Restnutzungsdauer und Entwicklungspotenzial bestimmen, ob ein scheinbar teurer Faktor günstig oder ein günstiger Faktor teuer ist. Ein voll vermietetes Objekt in stabiler Lage rechtfertigt einen höheren Faktor als ein vermeintliches Schnäppchen mit Sanierungsstau.
Wir ordnen jede Kennzahl in ihren Kontext ein — damit aus einer Zahl eine fundierte Entscheidung wird.